T-Shirts, die die Herzfrequenz messen, sollen datensicher werden

In viele textile Produkte wird Elektronik integriert, wie etwa RFID-Chips zur Diebstahlssicherung von Kleidung in Geschäften. Aber bisher gibt es für die IT-Sicherheit sowie den Datenschutz bei smarten Textilien noch keine Richtlinien und kaum Forschung. Welche Herausforderungen ergeben sich hieraus?

Sechs Forscher zeigen ein von ihnen entwickeltes smartes Textil.
Smarte Textilien enthalten Elektronik, die Daten erhebt – eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe der HS Albstadt-Sigmaringen klärt die IT-Sicherheit (Bild: Hochschule Albstadt-Sigmaringen)

Mit dieser Frage beschäftigen sich die Professoren Manuela Bräuning, Holger Morgenstern und Martin Rieger mit ihrer interdisziplinären Arbeitsgruppe aus den Fakultäten „Engineering“ und „Informatik“ an der Hochschule Albstadt-Sigmaringen. Die interdisziplinäre Arbeitsgruppe bildet eine Kombination aus zwei unterschiedlichen Fachbereichen an einer Hochschule. So können Synergien entstehen und weitreichende Innovationen geschaffen werden. Den Rahmen dafür bildet das BMBF-geförderte Vorhaben „IT-Sicherheit von elektronischen Kommunikationssystemen in smarten textilen Produkten (SEKT)“ im Rahmen der BMBF-Bekanntmachung „FHprofUnt 2016“.

Der Markt für smarte Textilien wächst – auf IT-Sicherheit wird jedoch wenig geachtet
Die Herausforderung in der Forschung ist groß: Der Markt für elektronische Bauteile ist mittlerweile sehr vielfältig: Elektronik in der Kleidung soll dem Träger neue, nützliche Funktionen bieten. So gibt es beispielsweise Sport-T-Shirts auf dem Markt, die die Herzfrequenz messen. In die Sohlen von Laufschuhen wird Elektronik eingebaut, um zu erheben und zu speichern. Oder es wird eine Jacke angeboten, an deren Ärmel Bedienelemente für das Mobiltelefon angebracht sind. Mit dieser Jacke soll es möglich sein, beim Fahrradfahren nicht nur Musik zu hören, sondern auch zu navigieren und zu kommunizieren. Weitere elektronische Geräte, die direkt in die Kleidung integriert werden, sind in der Entwicklung. Auch Anwendungen für die Arbeitssicherheit und die Pflege werden erforscht und getestet. Die Nachfrage steigt. Der Bereich der sogenannten „smarten Textilien“ wird in Zukunft an Bedeutung gewinnen und weit über Bekleidung hinausgehen.

Das Projekt SEKT erstellt Demonstratoren mit Konzepten für Sicherheit und Datenschutz
Nach einer Bestandsaufnahme der nur selten vorhandenen und oft mangelnden IT-Sicherheitskonzepte sollen im Projekt SEKT exemplarisch drei Demonstratoren erstellt werden, die die aktuellen Anforderungen an IT-Sicherheit und Datenschutz erfüllen. Die Ergebnisse aus diesem Projekt sollen mit Leitfäden und durch die Konzeption von Weiterbildungen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Textil- und Bekleidungsbranche, die keinen IT-Hintergrund haben, in die Praxis gebracht werden.
Das Vorhaben wird unterstützt von Unternehmen aus der Textil- und Bekleidungsindustrie, die auch finanzielle Mittel zur Verfügung stellen. So kann zum einen auf dem aktuellen Stand der Technik aufgebaut werden. Zum anderen können die Ergebnisse gleich in die Herstellung von smarten Textilien einfließen. Das Projekt „SEKT“ soll dazu beitragen, dass Bürger in Zukunft beides erwerben: Ein mit einer neuen Technologie ausgestattetes, nützliches textiles Produkt sowie die passende Sicherheit dazu.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt das Forschungsprojekt SEKT im Rahmen der Förderlinie „FHprofUnt“ im Programm „Forschung an Fachhochschulen“ mit rund 487.428 Euro.

 

Projekttitel
SEKT: IT-Sicherheit von elektronischen Kommunikationssystemen in smarten textilen Produkten

Förderkennzeichen
13FH180PX6

Zuwendungsempfänger
Hochschule Albstadt-Sigmaringen

Projektleitung
Prof. Manuela Bräuning, Prof. Holger Morgenstern, Prof. Martin Rieger

Kontaktadresse
Hochschule Albstadt-Sigmaringen
Poststraße 6
72458 Albstadt-Ebingen
Tel. 0 7571 732 - 9276
E-Mail: braeuning@hs-albsig.de

Projektlaufzeit
01.12.2018 - 30.11.2021

Weitere Informationen
www.projekt-sekt.de/forschungsprojekt

Projektträger
VDI Technologiezentrum GmbH
Forschung an Fachhochschulen
www.forschung-fachhochschulen.de