Immer mehr Unternehmen geraten ins Visier von Hackern. An der Technische Hochschule (TH) Deggendorf und der Hochschule Augsburg werden nun neuartige Schutzmechanismen gegen Cyberangriffe entwickelt – gefördert vom Bundesforschungsministerium.

Das Bild zeigt, wie ein Mitarbeiter des Projekts PCN-Security die kooperierenden Industriepartner zu wirksamen Abwehrmaßnahmen schult.
Industrielle Systeme sind leichte Beute für Hacker. Die Forscher der TH Deggendorf schulen Ihre Industrie­partner zu wirksamen Abwehrmaßnahmen.  (Bild: Peter Fröhlich)

Durch die fortschreitende Digitalisierung sind Fabriken bereits heute voll vernetzt: Anlagen, Maschinen und Produkte kommunizieren über das Internet miteinander und tauschen Informationen aus. Neben den vielen Vorteilen birgt die Vernetzung aber auch einige Gefahren. Immer häufiger sind Industrieanlagen und kritische Infrastrukturen Hackerangriffen ausgesetzt. Die Szenarien solcher Cyberattacken sind vielfältig und reichen vom Stilllegen ganzer Produktionsanlagen über die Manipulation von Produkten bis hin zu klassischer Wirtschaftsspionage.

Wie können sich Unternehmen vor Bedrohungen durch Hackerangriffe schützen? Dieser Frage geht ein Forscherteam der TH Deggendorf und der Hochschule Augsburg im Verbundprojekt „Process Control Networks Security“ nach. Unter der Leitung der Professoren Peter Fröhlich und Gordon Thomas Rohrmair werden intelligente Sensoren entwickelt, die die Kommunikation zwischen den einzelnen Anlagenkomponenten im Produktionsprozess kontinuierlich überwachen. Der Datenverkehr wird an Administratoren in den Fabriken übermittelt und von diesen auf Auffälligkeiten und Unregelmäßigkeiten hin überprüft. Auf diese Weise können Hackerangriffe frühzeitig erkannt und gezielt abgewehrt werden.

Die geplanten Sicherheitsmechanismen sollen in diversen Anwendungsbereichen eingesetzt werden. Daher untersucht das hochschulübergreifende Forscherteam zunächst verschiedenen Angriffsarten auf industrielle Netzwerke und ordnet sie unterschiedlichen Kategorien zu. Ausgehend von den Anwendungsfällen werden im nächsten Schritt intelligente Sensoren entwickelt, die gemeinsam mit Partnern aus der Industrie erprobt und in Anlagen implementiert werden. Der ganzheitliche Forschungsansatz ermöglicht eine effektive Gefahrenabwehr für industrielle Netzwerke, die sich aus unterschiedlichen Hardwarekomponenten und Betriebssystemen zusammensetzen.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt das Forschungsprojekt im Rahmen der Förderlinie „IngenieurNachwuchs“ des Programms „Forschung an Fachhochschulen“ mit rund 851.000 Euro.