Roboter werden bisher vor allem im industriellen Kontext eingesetzt. Ein Forscherteam der Fachhochschule
Bielefeld untersucht nun, wie diese in das intelligente Zuhause integriert werden können, um dort
klassische Alltagsaufgaben zu übernehmen.

Das Foto zeigt einen Mann in seinem Wohnzimmer mit zwei Servicerobotern.
Serviceroboter machen das Leben im Zuhause der Zukunft komfortabler. (Bild: Robin Rasch)

Man stelle sich vor: Im intelligenten, voll vernetzten Zuhause der Zukunft unterstützen Roboter den Menschen beim Verrichten von Alltagsaufgaben. Würde im Wohnzimmer beispielsweise ein Blumenkübel umkippen, würden Sensoren im Haus das Ereignis erfassen und den Staubsaugroboter rufen. Das Haus würde sogar mitdenken und je nachdem, wie viele Personen sich in einem Raum aufhalten, die Temperatur automatisch regulieren. Was nach Zukunftsmusik klingt, kann schon sehr bald Realität werden. Denn Wissenschaftler am Campus Minden der Fachhochschule Bielefeld arbeiten mit Nachdruck am intelligenten Zuhause, dem Smart Home, in dem Roboter das Alltagsleben komfortabler und sorgenfreier gestalten sollen.

Unter der Leitung der Professoren Matthias König und Sven Battermann hat das Projekt „Serviceroboter im Smart-Home" zum Ziel, die Kommunikation und damit das Zusammenspiel zwischen Servicerobotern und der intelligenten Umgebung eines Gebäudes zu optimieren. Dabei sollen nicht nur die Gebäudeintelligenz mit den Robotern, sondern auch die Roboter untereinander vernetzt werden. Damit wird der Austausch von bzw. gegenseitige Zugriff auf Sensordaten ermöglicht. Ein wesentlicher Aspekt ist dabei, dass sowohl die Serviceroboter als auch die Gebäudeintelligenz die Position der Roboter im Haus kennen.

Unterstützt von einem interdisziplinären Forscherteam untersuchen König und Battermann darüber hinaus auch die nutzerspezifische Mensch-Maschine-Interaktion. Konkret geht es hier um den Einsatz eines Zwei-Finger-Greifarms im Smart Home. Dieser Roboter soll auf Fingerzeig des Nutzers leichte Gegenstände wie etwa Kleidungsstücke aufheben und anreichen können. Anwendungen wie Reinigungsaufgaben oder das Aufheben und Tragen von Gegenständen spielen auch bei der Unterstützung von Pflegebedürftigen eine zentrale Rolle. Daher werden im Projekt für diese Nutzergruppe gesonderte Anforderungen der Mensch-Maschine-Interaktion formuliert.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt das Forschungsprojekt im Rahmen der Förderlinie „FHprofUnt" des Programms „Forschung an Fachhochschulen" mit rund 380.000 Euro