StartUpLab@FH - Die Module

Ziele der Fördermaßnahme

In Deutschland können sich zwar viele Menschen vorstellen, ihre eigene Chefin oder Chef zu sein, praktisch setzen dies jedoch immer weniger Menschen um.

Damit die Vielfalt der Unternehmen und die Innovationskraft in Deutschland langfristig gestärkt wird, fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung daher gezielt Vorhaben, die Gründungsaktivitäten unterstützen.

Insbesondere Fachhochschulen sind durch ihre anwendungsnahe Ausbildung besonders gut geeignet, Studierende sowie junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler möglichst früh an den Gründungsgedanken heranzuführen.

Die Fördermaßnahme „StartUpLab@FH“ stellt eine konkrete Verbindung vom Gedankenspiel zur Gründungspraxis her. Sie soll an den Hochschulen Freiräume schaffen, in denen junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in interdisziplinären Teams kreative Ideen testen und daraus erfolgversprechende Geschäftsideen entwickeln können. Hier ist es möglich, betriebswirtschaftliches und juristisches Handwerkszeug zu erlernen. Auch Scheitern und Neustarten gehören zum Übungsfeld.

Für die Umsetzung können Hochschulleitungen drei verschiedene Module beantragen. Dazu gehören das „StartUpLab“ selbst, die zugehörige „Lab-Leitung“ sowie die finanzielle Unterstützung von kreativen Teams mit „KickStart@FH“-Mitteln.

Modul 1

„StartUpLab“ – Infrastruktur und Betrieb

Das „StartUpLab“ als Treff- und Mittelpunkt für die Gründungsaktivitäten steht im Zentrum der Förderung.

 

Was ist ein „StartUpLab“?

  • Unter „StartUpLab“ sind sämtliche Räume zusammengefasst, die zur praktischen Erprobung von Unternehmensgründungen notwendig sind. Dies sind Kreativräume, in denen Angehörige der FH Gründer-Ideen einfach austesten könnenund die, je nach FH-Profil, mit IT, Software oder Technologie (Elektroniklabor, Makerspace, etc.) ausgestattet sind.
  • Zusätzlich können Räumlichkeiten beispielsweise für Vorlesungen, Seminare, und Diskussionsrunden, Bibliothek und Aufenthaltsräume eingerichtet werden.  

Wer soll das „StartUpLab“ nutzen?

  • Die Räume und die Infrastruktur des „StartUpLabs“ sollen allen FH-Angehörigen offenstehen, die Ideen für Unternehmensgründungen erproben möchten.
  • Das „StartUpLab“ soll eine zentrale Einrichtung der Hochschule sein. Die Gesamtprojekt- und Lab-Leitung des „StartUpLabs“ soll dabei direkt der Hochschulleitung unterstellt werden. Das Lab wird direkt vor Ort technisch von einer neu zu besetzenden Stelle (E11) betreut.
  • Über die Vergabe und Ressourcenverteilung entscheidet die Projektleitung. Für spezielle Bedarfe der Gründungsinteressierten sollen auch bestehende nicht-zentrale Einrichtungen (beispielsweise Elektronikwerkstatt, Medienlabor, etc.) der FH den Projektteams offenstehen.

Unsere FH hat keine geeigneten Räumlichkeiten um ein „StartUpLab“ einzurichten. Was können wir tun?

  • Für das „StartUpLab“ können auch neue Räumlichkeiten angemietet werden.
  • Alternativ können Container genutzt oder – wenn es wirtschaftlicher ist – auch gekauft werden. Die Wirtschaftlichkeit des Kaufes muss dann über eine Vergleichsrechnung nachgewiesen werden. Der Verbleib der Container nach Vorhabenende muss vorab geklärt werden.

Modul 2

„StartUpLab“ – Projektleitung

Die Projektleitung ist für das „StartUpLab“ verantwortlich und übernimmt übergreifende Aufgaben.

 

Was ist die Aufgabe der Projektleitung?

  • Kernaufgabe der Projektleitung ist die strategische bzw. wissenschaftlich-technische Umsetzung des Gründerkonzeptes.
  • Die Projektleitung soll u.a. modularisierte strategische Aufbaumaßnahmen des „StartUpLabs“ planen und einleiten, die die Grundlage für eine spätere Verstetigung bieten.
  • Die Projektleitung soll das unternehmerische Denken mit einem ganzheitlichen Ansatz an der gesamten FH fördern und ausbauen und dabei Studierende ebenso wie Lehrende, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter adressieren.

Hierzu gehören vor allem:

  • Die Einbindung des „StartUpLabs“ in die Lehre
  • Die nachhaltige Vernetzung des „StartUpLabs“ mit allen relevanten FH-internen Stellen, wie z. B. Transferstelle, Hochschulleitung, Fachbereichen, zentralen und nichtzentralen Werkstätten und Labors
  • Die Vorbereitung der Vernetzung des „StartUpLabs“ mit externen Stellen (Gründerberatungen, Kapitalgebern, IHK, anderen Hochschulen, Inkubatoren, Technologiezentren, EXIST-Gründernetzwerken des BMWi, Rechtsberatungen, etc.)
  • Spezifische Marketingmaßnahmen, die zur Vernetzung sowie zur Sichtbarkeit des „StartUpLabs“ beitragen.

Wie ist die Projektleitung zusammengesetzt?

  • Die Projektleitung soll aus einem interdisziplinären Team aus mindestens zwei Mitgliedern der Professorenschaft bestehen.
  • Ein Mitglied sollte idealerweise aus den Wirtschaftswissenschaften stammen, ein zweiter Akteur aus einer weiteren Fachdisziplin.
  • Interdisziplinäre Teams, die die Schwerpunkte des jeweiligen FH-Profils abbilden, werden ausdrücklich begrüßt
  • Sollte es sich um ein gemeinsames Konzept mehrerer FH handeln, so muss jede FH mindestens ein Mitglied für die Projektleitung stellen.

Wer unterstützt die Projektleitung?

  • Es können bis zu zwei Stellen für Mitarbeiter / Mitarbeiterinnen beantragt werden.
  • Eine Stelle zur strategischen, operativen Projektunterstützung (bis zur Entgeltgruppe E14)
  • Eine zweite Stelle zur individuellen wissenschaftlich-technischen Betreuung und Unterstützung der FH-Angehörigen im Kreativumfeld des „StartUpLabs“ (bis zur Entgeltgruppe E13)

Was genau kann gefördert werden?

a) Lehrvertretungen (Lehraufträge) von FH-Professorinnen und FH-Professoren, die die Projektleitung übernehmen, sofern die Freistellung durch die Hochschulleitung erfolgt und die Lehrvertretung nicht dem Stammpersonal zuzurechnen ist

b) Personalausgaben für eine wissenschaftliche Mitarbeiterin/einen wissenschaftlichen Mitarbeiter zur strategischen, operativen Projektunterstützung (bis zur Entgeltgruppe E14) sowie eine/einen weiteren zur individuellen wissenschaftlich-technischen Betreuung und Unterstützung der FH-Angehörigen im Kreativumfeld des „StartUpLabs“ (bis zur Entgeltgruppe E13),

c) Veranstaltungskosten, wie für z. B. Gründer-Messen, Investorentage, Demo-Days, Gründerwettbewerbe sowie allgemeine Marketing-Maßnahmen, sofern die Aktivitäten des „StartUpLabs“ im Vordergrund stehen

d) Aufträge an Dritte, sofern diese zur Vernetzung sowie zur Sichtbarkeit des „StartUpLabs“ (im Sinne der Transferfunktion) oder zur Verifizierung von Forschungs- und Gründerideen beitragen

e) Reisekosten zu Statusseminaren oder zu Treffen etablierter Netzwerke im Bereich Gründung (z. B. im Rahmen der EXIST-Netzwerke)

Modul 3

„KickStart@FH“

Mit „KickStart@FH“ sollen Einzelpersonen oder Teams der FH für maximal sechs Monate unkompliziert und flexibel unterstützt werden. Das Projektteam soll auf diese Weise besonders innovative Ideen, die zu einer Gründung führen können, unkompliziert erproben können. Neben Sachleistungen von bis zu 7500 Euro erhalten die ausgewählten Teams und Einzelpersonen Unterstützung durch Beratungen sowie freien Zugang zu den Räumlichkeiten des „StartUpLab“.

Was soll die Einzelperson oder ein Team in diesen sechs Monaten bewerkstelligen?

  • Es sollen erste Ideen und Konzepte, welche perspektivisch zu einer Unternehmensgründung führen, ausprobiert werden (Ideenvorschläge). Zum Beispiel kann ein ‚Proof-of-Principle‘ erbracht, ein Demonstrator gebaut, eine Markt- oder Wirtschaftlichkeitsanalyse durchgeführt werden.

Welche Sachleistungen können durch die Teams in Anspruch genommen werden?

  • Die Anschaffung des notwendigen Materials inklusive ggf. notwendiger Spezialteile (Sonderanfertigungen)
  • Spezielle Beratungsleistungen

Was soll nach diesen sechs Monaten gemacht werden?

  • Im Erfolgsfall soll am Ende des Ideentests die weitere Verfolgung der Gründungsidee stehen. Dies kann zum Beispiel in Form einer Beantragung weiterer Gründungsförderung, wie sie verschiedene Länder oder das EXIST-Programm des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) anbieten, erfolgen.

Wer kann sich für eine Unterstützung im Rahmen von KickStart@FH bewerben?

  • Alle Hochschulangehörigen, Studierende sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sind angesprochen. Bei Teams gelten diese Bedingungen für jedes einzelne Mitglied.

Wie viele Teams oder Einzelpersonen können im Rahmen von KickStart@FH unterstützt werden?

  • Die Anzahl der Ideenvorschläge ist von den bisherigen Erfahrungen der FH, den Voraussetzungen der FH (Profil) und dem Gründerkonzept abhängig. In der Skizze soll dazu eine plausible Schätzung vorgenommen werden. Ein Anhaltspunkt für diese Schätzung kann bspw. die Anzahl der beantragten EXIST-Gründerstipendien in den vergangenen Jahren sein.

Wie werden die Teams / Einzelpersonen ausgewählt?

  • Die FH führt ein (wettbewerbliches) Auswahlverfahren durch und übermittelt das Ergebnis per E-Mail an das BMBF respektive den Projektträger. Nach Zustimmung durch das BMBF können die Sachleistungen durch die Hochschule erworben werden und den Teams / Einzelpersonen zur Verfügung gestellt werden.

 Wie soll das hochschulinterne Auswahlverfahren aussehen?

  • Das hochschulinterne Auswahlverfahren soll transparent sein und vor einer ersten Auswahlentscheidung genau feststehen. Es sollen mindestens zwei Personen an der Auswahl der Ideenvorschläge beteiligt werden. Die genaue Ausgestaltung des Verfahrens obliegt der FH.