Forschung an Fachhochschulen

Das Bundesforschungsministerium fördert mit dem Programm „Forschung an Fachhochschulen“ die anwendungsnahe Forschung an Fachhochschulen in den Ingenieur-, Natur-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften in Zusammenarbeit mit Unternehmen sowie universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen.

Deutschland ist eines der leistungsstärksten Industrieländer weltweit. Sein Wohlstand beruht auf technologischen Meisterleistungen, die nur mit hochqualifizierten Fachkräften möglich sind. Fachhochschulen haben aufgrund ihrer großen Nähe zur Berufs- und Arbeitswelt einen wesentlichen Beitrag zu diesem Erfolg geleistet. Neben einer praxisnahen, am unternehmerischen Bedarf ausgerichteten Ausbildung zeichnen sich Fachhochschulen durch eine anwendungs- und umsetzungsorientierte Forschung aus. Dies macht sie zu wertvollen Partnern für die Wirtschaft, insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen. Indem sie gemeinsam mit Unternehmen oder anderen Praxispartnern wie Verbänden, Kommunen oder karitativen Einrichtungen forschen, entwickeln sie gezielte Lösungen für konkrete Probleme.  Fachhochschulen treiben so neue Entwicklungen voran und überführen gute Ideen in innovative Produkte und Dienstleistungen. Das ist entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen – und damit auch für den Erfolg des Wirtschafts- und Innovationsstandorts Deutschland.

Haushaltsansatz für das Programm "Forschung an Fachhochschulen" (Bild: Projektträger Jülich)

Mit dem Programm „Forschung an Fachhochschulen“ verfolgt das Bundesforschungsministerium das Ziel, das Potenzial der Fachhochschulen besser zu erschließen und für den Wirtschafts- und Innovationsstandort Deutschland nutzbar zu machen. Im Zentrum stehen die anwendungsorientierte Forschung und die praxisnahe Qualifizierung des Fachkräftenachwuchses. Das Programm  ist auf Bundesebene das einzige Forschungsprogramm, das sich ausschließlich an Fachhochschulen richtet. Mit mehreren Förderlinien und Fördermaßnahmen werden die unterschiedlichen inhaltlichen und strukturellen Forschungsherausforderungen der einzelnen Fachhochschulen adressiert. Das Budget für dieses Programm wurde seit 2005 mehr als verfünffacht: von 10,5 Millionen Euro auf 55 Millionen Euro im Jahr 2017. Von 2006 bis 2016 haben bundesweit circa 130 Fachhochschulen mit knapp 1.600 Forschungsvorhaben und rund 360 Millionen Euro davon profitiert.

Die Förderlinien und Fördermaßnahmen des Programms „Forschung an Fachhochschulen“ eröffnen unterschiedliche Fördermöglichkeiten: Die Förderlinie FHprofUnt zielt darauf ab, die nachhaltige Zusammenarbeit und den Ergebnistransfer zwischen Fachhochschulen und Unternehmen zu stärken. Die erfolgreiche Durchführung von kooperativen Promotionen und der Aufbau von ingenieurwissenschaftlichen Forschungsnachwuchsgruppen steht im Mittelpunkt der Förderlinie IngenieurNachwuchs. Mit der Förderlinie SILQUA-FH werden praxisnahe Konzepte für ein selbstbestimmtes und würdevolles Leben der älteren Generation unterstützt. Die Fördermaßnahme FHInvest hat zum Ziel, strukturbildende Projekte an Fachhochschulen durch gezielte Investitionen in Forschungsgeräte mit neuer Technik zu unterstützen. FH-Impuls richtet sich an forschungsstarke Fachhochschulen, die vornehmlich mit dem unternehmerischen Mittelstand in der Region eine strategische Forschungs- und Innovationspartnerschaft in einem gemeinsamen Forschungs- und Entwicklungsfeld eingehen wollen.

Darüber hinaus unterstützt das Bundesforschungsministerium seit 2013 mit zwei EU-Maßnahmen die Beteiligung deutscher Fachhochschulen am EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation „Horizont 2020“. Bei der Fördermaßnahme EU-Strategie-FH sind Fachhochschulen aufgefordert, in einem Konzept darzustellen, wie sie sich strategisch auf „Horizont 2020“ vorbereiten und ihre Sichtbarkeit im europäischen Forschungsraum erhöhen möchten. Die Fördermaßnahme EU-Antrag-FH zielt darauf ab, Fachhochschulen bei der Vorbereitung eines Projektantrags für „Horizont 2020“ zu unterstützen.

Die Förderung durch das Bundesforschungsministerium hat entscheidend dazu beigetragen, dass sich die angewandte Forschung seit den 1990er Jahren neben der praxisorientierten Lehre zu einem zweiten Wesensmerkmal der Fachhochschulen entwickelt hat.