Die Firma Oculyze ist ein Paradebeispiel für die Wirksamkeit der FH-Forschungsförderung

Seit mehr als zwei Jahrzehnten fördert das BMBF gezielt die Forschung an Fachhochschulen. Nun zeigt ein Beispiel sehr anschaulich, was diese Förderung bewirken kann: Eine junge Wissenschaftlerin, die vor etwa zehn Jahren in einem BMBF-geförderten Projekt mitgearbeitet hat, konnte anschließend ein eigenes Start-up gründen - das nun wiederum als Kooperationspartner in einem neuen FH-Projekt mitwirkt.

Das Bild zeigt ein Smartphone und ein sehr kleines Mikroskop der Firma Oculyze
Das Oculyze BB2 Mikroskop und Hardware (Bild: ©Oculyze GmbH)

Fachhochschulen legen Wert auf die Anwendungsnähe ihrer Forschung und Lehre. Hier werden neue Entwicklungen vorangetrieben und gute Ideen in innovative Produkte und Dienstleistungen überführt. Wie gut das funktionieren kann, beweist derzeit die Firma Oculyze: Die Gründerin dieses Start-ups, Dr. Katja Schulze, begann ihre Karriere an der Technischen Hochschule Wildau, wo sie im Jahr 2009 als Wissenschaftliche Mitarbeiterin in einem vom BMBF geförderten Projekt ein System zur automatischen Erkennung von Plankton entwickelte. Dieses Vorhaben wurde von Prof. Dr. Marcus Frohme geleitet, der bis heute an der TH Wildau lehrt und forscht.

Katja Schulze hatte ihr Forschungsthema für die nächsten Jahre damit schon in einem ihrer ersten wissenschaftlichen Projekte gefunden: die automatische Bilderkennung zur Erfassung von Kleinstlebewesen und Einzellern im Mikroskop. Dieses Thema bot genug Stoff für eine erfolgreiche Promotion und anschließende Firmengründung, weil es Raum für alle möglichen Anwendungen lässt. Ihr Unternehmen hat zum Beispiel die automatisierte Zählung von Hefezellen für die Bier- oder Weinproduktion im Programm, die Brauern und Winzern die langwierige Zählung „per Hand“ abnimmt. Außerdem entwickelt die Oculyze GmbH derzeit ein System, mit dem Landwirte und Tierärzte die Fruchtbarkeit von Kühen schnell und einfach ermitteln können. All diese Produkte basieren auf einem kompakten Mikroskop sowie einer Smartphone-App und einem Cloudserver, auf dem die Daten ausgewertet werden - und natürlich auf der Expertise der Gründerin in Bezug auf die automatische Erkennung und Zählung von Zellen.

Für die TH Wildau und vor allem für Marcus Frohme zahlt es sich aus, dass er den Kontakt zu seiner früheren wissenschaftlichen Mitarbeiterin gehalten hat. Sein Team hat seit Juli 2019 wieder ein laufendes Projekt im Programm „Forschung an Fachhochschulen“, Förderlinie FHprofUnt, in dem es um Deep-Learning-Strategien für die Bilderkennung geht. Und was läge da näher, als die Oculyze GmbH als Wirtschaftspartner einzubinden? So schließt sich also ein Kreis: Das Expertenwissen, das an der Hochschule aufgebaut wurde, fließt wieder in die Forschung der Hochschule ein.