Die Hochschule Aachen entwickelt einen Ganzkörperscanner

Ein Forscherteam der Fachhochschule Aachen hat in einem vom BMBF geförderten Projekt einen Körperscanner auf Basis einer 3D-Kamera entwickelt, die eigentlich für eine Spielkonsole entwickelt wurde. Der Körperscanner soll für medizinische Zwecke eingesetzt werden.

Das Bild ist zweigeteilt: Links ein Foto von drei jungen Frauen, rechts eine gescannte Abbildung derselben Frauen aus einem anderen Winkel
Drei Volleyballerinnen der "Ladies in Black" aus Aachen im dreidimensionalen Bodyscanner. (Bild: © FH Aachen / Arnd Gottschalk (links); FH Aachen / MASKOR-Institut (rechts))

Konsolenfans kennen die 3D-Kinect-Kamera als Ergänzung zur X-Box: Von 2010 bis 2017 war das System auf dem Markt und ermöglichte es den Spielern erstmals, Konsolenspiele nur durch ihre Bewegungen zu steuern. Dass die Sensortechnik auch noch ganz andere Möglichkeiten eröffnet, hat nun ein Team der FH Aachen gezeigt: In einem vom BMBF geförderten Projekt aus der Förderlinie FHprofUnt haben die Wissenschaftler einen Körperscanner auf Basis der Kinect-Kamera entwickelt. Der 3D-Scanner kann die Körperoberfläche eines Menschen exakt rekonstruieren und eignet sich damit für zahlreiche medizinische Einsatzbereiche: etwa beim Arzt zur Vermessung von Gelenkwinkeln oder der Wirbelsäule, aber auch im Sanitätshaus bei der Anpassung von orthopädischen Hilfsmitteln.

Der Körperscanner besteht aus vier 3D-Kameras, die auf einem Gestell montiert sind und sich um den Patienten herumdrehen, um eine dreidimensionale Aufnahme des gesamten Körpers zu erstellen. Kinect kam vor allem deshalb zum Einsatz, weil diese handelsüblichen Systeme viel günstiger sind als vergleichbare „High End“-Systeme. Den Qualitätsunterschied hat das Projektteam durch den Einsatz mehrerer Kameras ausgeglichen, außerdem wurde ein eigener Auswertungsalgorithmus programmiert. Der Körperscanner soll ab dem Jahr 2021 von den im Projekt beteiligten Partnerfirmen vermarktet werden.

Das Projekt mit dem Titel „Entwicklung eines dreidimensionalen Bodyscanners auf Basis einer hochauflösenden optischen Time-of-Flight Kamera“ wurde von 2016 bis 2019 mit rund 540.000 Euro aus der Förderlinie FHprofUnt gefördert.