Technologiegestützte Inklusion durch menschzentrierte Systemanalyse und Assistenz in der Industrie (enableIT)

Im Projekt enableIT (Technologiegestützte Inklusion durch menschzentrierte Systemanalyse und Assistenz in der Industrie) befasst sich die Hochschule Ostwestfalen-Lippe (OWL) mit technologischen Entwicklungen, die Menschen mit und ohne Behinderung die Zusammenarbeit ermöglicht. Das Projekt wird von  Prof. Dr. Carsten Röcker geleitet und ist im Februar 2019 gestartet.

Herausforderung

Menschen mit Einschränkungen oder Behinderungen haben oft Schwierigkeiten, einen passenden Arbeitsplatz zu finden, der ihren Bedürfnissen gerecht wird. Dadurch wird ihnen die Möglichkeit verwehrt, einer erfüllenden und zufriedenstellenden Tätigkeit nachzugehen und selbst für ihren Lebensunterhalt zu sorgen. Sie fehlen außerdem als zusätzliche Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt und müssen oft auf Kosten der Sozialsysteme leben. Gelungene Inklusionsmöglichkeiten sind daher nicht nur für die Betroffenen selber, sondern auch für die Gesellschaft im Allgemeinen von enormer Bedeutung.

Ziele und Vorgehen

Im Projekt enableIT will ein interdisziplinäres Projektteam diese Herausforderung auf technischem Weg angehen: Projektziel ist die Entwicklung eines technischen Assistenzsystems, das es Menschen mit und ohne Behinderung ermöglicht, in einer gemeinsamen Produktionsumgebung zu arbeiten. Dazu nutzt das Team Verfahren aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz (KI) und der Mensch-Maschine-Interaktion, die es Schritt für Schritt zu einem Demonstrator weiterentwickeln will.

Zu Beginn des Projekts steht zunächst eine Bestandsaufnahme anhand von Nutzerbeobachtungen und -befragungen, ergänzt durch umfassende Datenerfassungsanalysen, die sicherstellen, dass die Datensammlung im Projekt funktioniert. Anhand dieser Analyse entwickelt das Team Konzepte für die geplanten Interaktionen zwischen Mensch und Maschine sowie die benötigten Lern- und Diagnoseverfahren. Im Anschluss an diese Vorarbeiten soll ein interaktiver, auf KI basierender Prototyp entwickelt und evaluiert werden.

Innovationen und Perspektiven

Durch die Digitalisierung wird Arbeit immer komplexer, so dass die Menschen neue Strategien benötigen, um ihre Aufgaben zu beherrschen. Intelligente Assistenzsysteme für die Industrie 4.0 können solche Strategien bieten; der hier geplante Demonstrator ist nur ein Beispiel für ihre vielfältigen Einsatzmöglichkeiten. Zudem ermöglicht das Projekt durch seinen interdisziplinären Ansatz eine ganzheitliche Betrachtung von sozio-technischen Produktionssystemen und eröffnet vielen verschiedenen Menschen neue Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt.

Die Projektergebnisse werden in Vorlesungen der Hochschule OWL einfließen, und die Kooperation innerhalb der Hochschule und mit einem regional ansässigen Unternehmen wird einen regen Transfer der Ergebnisse in die Wirtschaft und letztlich in die Gesellschaft ermöglichen. Das Partnerunternehmen, die INTEG GmbH, kann die Ergebnisse als wissenschaftlich fundierte Entscheidungsgrundlage nutzen, um zukünftige Maßnahmen zur Arbeitsorganisation zu entwickeln.